Uniting Europe

Der Cannabis, auch bekannt als Marihuana, wurde nicht erst in den 1960ern erfunden. Er existiert bereits seit wenigstens 10.000 Jahren. Er war genauso verbreitet wie heute. Und die meiste Zeit war er sogar legal.

Cannabis war zuletzt lange Zeit gesetzlich verboten, und nun scheint es eine weltweite Kampagne zu geben, um ihn wieder zu legalisieren. Wenn er aber harmlos ist und legalisiert werden kann, warum wurde er dann überhaupt erst gesetzlich verboten? Warum wird er außerdem zu diesem besonderen Zeitpunkt legalisiert?

Die beruhigende Wirkung von Cannabis war seit dem Moment bekannt, als wir ihn erstmals eingenommen haben. Indigene Völker nutzten ihn und andere Drogen sowohl für rituelle Zwecke als auch zu sozialen Anlässen. Er war bei jedem gesellschaftlichen Anlass gegenwärtig und hat geholfen, die Menschen einander näher zu bringen.

Der Unterschied zwischen den indigenen Völkern und der modernen Menschheit besteht darin, dass wir an ihn heutzutage nicht in irgendeinem spirituellen Sinne denken, sondern bloß als Mittel zur Beruhigung gebrauchen. Regierungen benötigen etwas, um das Volk zu beruhigen, leichte Drogen sind preiswert und stellen einen recht harmlosen Weg dar, dies zu verwirklichen.

Warum sollte allerdings jemand die Absicht haben, alle Menschen zu beruhigen? Müssen die Menschen nicht arbeiten? Sollten sie nicht konsumieren und dadurch das Wachstum anregen?

Die Sache ist die, dass wir kurz vor einer großen Veränderung stehen. Größtenteils ist die menschliche Arbeit bereits überflüssig geworden, und der einzige Grund, warum die Technologie, die uns ersetzt, nicht schon eingeführt wurde, besteht darin, dass die Menschen nicht wissen, was sie mit sich anfangen können, wenn sie nicht mehr arbeiten. Wenn die Menschen arbeitslos sind und kein Einkommen haben, dann werden sie wirtschaftlich herausgefordert und frustriert. Schlimmer noch, sie werden keine Hoffnung mehr haben, da sie sehen werden, dass die Zukunft keine Aussicht auf eine Arbeitsstelle bietet und ihr Leben langsfristig zu einem Überlebenskampf für eine grundsätzlich sinnlose Existenz wird. Dies ist ein bewährtes Rezept für soziale Unruhe.

Die einzige Lösung, die derzeit existiert, besteht darin, die Leute mit etwas regelmäßigem Einkommen zu unterstützen, wie Arbeitslosengeld zum Beispiel, um ihre Unsicherheit bezüglich des Lebensunterhalts zu lindern, und sie mit einem Beruhigungsmittel zu versorgen, um ihre Sorgen zu mildern. Cannabis eignet sich ausgezeichnet für das Letztere. Wir sollten nicht überrascht sein, falls wir mit der Zeit sehen, wie Cannabis unter den häufigsten Alltagsprodukten erscheint. Falls sich dieser Trend fortsetzt, wird er zu einer rezeptfreien Droge werden, genau wie Paracetamol und Ibuprofen. Eine Annonce, die in etwa wirbt „Ist Ihr Baby rastlos? Geben Sie ihm Cannabicetamol!“ wird zum Alltag gehören.

Um die Worte von Abraham Lincoln umzuformulieren: „Du kannst zwar immer einige Menschen die ganze Zeit betäuben, und alle Menschen für einige Zeit, doch kannst du nicht alle Menschen die ganze Zeit betäuben.“ Es gibt einen guten Grund dafür: Wir wachsen, wir verändern uns von innen und unsere Wünsche und Sehnsüchte verändern sich fortwährend. Heute noch mögen wir uns dazu beschwichtigen lassen, ein komfortables Leben zu führen. Morgen werden wir fragen: „Warum soll ich überhaupt leben?“

In mehr und mehr Menschen unterbricht die Frage nach dem Sinn des Lebens zunehmend ihren Seelenfrieden. Dies ist etwas, das weder Cannabis noch eine andere Droge befriedigen kann. Es ist etwas, dass direkt angesprochen werden muss und wofür eine zufriedenstellende Antwort notwendig ist.

Im Moment erkennen wir das getarnte Aufkommen dieser Frage in der wachsenden Anzahl junger Menschen, die dem ISIS und anderen fundamentalistischen Gruppen beitreten. Wir erkennen es an den beängstigenden Statistiken über die Depression in und jenseits der westlichen Welt. Wir erkennen es an dem zunehmenden überspitzten Bedürfnis der Menschen nach vielfältigem Sex, Essen, Sport und nach Vielfalt in den Berufen und in jedem Bereich der menschlichen Beschäftigung.

Also ist die Blütezeit von Cannabis trotz des gegenwärtigen Hypes dazu vorherbestimmt, kurzlebig zu sein. Wir sollten bereits damit beginnen, uns auf den Tag vorzubereiten, an dem wir mit einer ruhelosen und irritierten Menschheit, die nach dem Sinn des Lebens sucht, konfrontiert werden.

Wenn die Menschen zu diesem Zustand gelangen, dann werden sie diesen Sinn nur in der Verbindung finden, und zwar nicht im bloßen Knüpfen von Kontakten, sondern in einer Art von Verbindung, die zu einer umfassenden Wahrnehmung des Gesamtsystems der Existenz beiträgt. Genauso wie die Zellen in unseren Körpern als individuelle Zellen existieren und dennoch als integrale und schöpferische Elemente im gesamten Körper funktionieren, sich an der Gesundheit des Körpers erfreuen und sich mit den Schmerzen quälen, werden die Menschen sich nur zufrieden fühlen, wenn sie sich selbst als Individuen und dennoch als Teile der gesamten Menschheit wahrnehmen. Der Sinn der Existenz einer einzelnen Zelle kann nicht nur durch die alleinige Betrachtung dieser Zelle erklärt werden. Nur wenn man ihren Platz in dem Gesamtorganismus untersucht, kann mane den Sinn erfassen. Ebenso werden die Menschen als voneinander getrennte und gesonderte Individuen keine sinnvolle Antwort auf ihr Leben finden. Nur wenn sie schöpferische Elemente der gesamten Menschheit sind.

In allen meinen Forschungen als Wissenschaftler und Kabbalist habe ich keine andere Lösung für anhaltendes Glück und Zufriedenheit gefunden als das Verständnis eines Einzelteils les im großen Ganzen. Je eher die Menschheit begreift, dass das Glück in dieser Art von Verbindung liegt, desto besser wird es für uns alle sein und desto leichter und schneller werden wir den Übergang zu einer neuen Realität schaffen.

Original-Artikel: Huffington Post

Tweet about this on TwitterShare on Facebook0Share on Google+0Share on LinkedIn1
Author :
Print

Leave a Reply