Uniting Europe

Die jüdischen Festtage sind mehr als die Mahlzeiten und die Familienzusammenkünfte. Beides ist spirituell fundiert und für uns heutzutage von weitaus größerer Bedeutung, als die meisten Menschen erkennen.

Die jüdischen Festtage sind eine Bewegungsbahn des Schicksals unseres Volkes, ein Kardiogramm unseres gemeinsamen Herzschlages. Die Symbole der jüdischen Festtage vermitteln Information, die anderenfalls im Labyrinth der Geschichte verloren gehen oder jenseits der Erkenntnis verfälscht werden würde. Unsere Festtage liefern jedoch nicht nur Botschaften über unsere Vergangenheit, sondern auch über unsere Gegenwart und Zukunft.

 

Wo Alles Begann

Der Erste in der Reihe der jüdischen Feiertage im Herbst ist das jüdische Neujahr, Rosch ha-Schana (Haupt (Anfang) des Jahres). Es symbolisiert ein spirituelles Erwachen. Der Feiertag kennzeichnet den Moment, in dem eine Person ein Bestreben empfindet, die Bedeutung des Lebens zu entdecken.

Adam (Evas Ehemann und für eine kurze Dauer Bewohner des Gartens Eden) war die erste Person, die über den Sinn des Lebens nachdachte. Wir bezeichnen den Tag, an dem er begann darüber nachzudenken, als den Anfang des Jahres, den Anfang des jüdischen Kalenders, bekannt als Rosch ha-Schana.

 

Mit anderen Worten ist Rosch ha-Schana nicht nur ein Tag im Kalender; es ist ein Meilenstein der spirituellen Entwicklung. An diesem Tage klären wir für uns selbst, wie wir uns während des vorherigen Jahres spirituell entwickelt haben, und wir streben danach, Korrekturen für die Zukunft zu machen.

 

 

Am Festlichen Tisch

Rosch ha-Schana symbolisiert unser Bestreben nach höheren Werten, Nächstenliebe, dem gemeinsamen Teilen und nach Fürsorge füreinander. Die Essenz des Judentums ist Verbindung und brüderliche Liebe, ausgedrückt in den Worten „Das, was dir verhasst ist, tue deinem Freund nicht an“ und „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Die Tradition, einen Fischkopf zu essen, symbolisiert unsere Entscheidung, vorn zu sein und uns selbst und andere zur Verbindung zu führen.

Der Granatapfel mit seinen reichlichen saftigen Samen erinnert uns daran, dass auch wir wie Samen sind und dass es für uns Zeit ist, durch die Verbindung spirituell zu reifen. Die Samen repräsentieren unsere egoistischen Wünsche. Wir müssen lernen, diese auf ausgewogenere Art und Weise zu befriedigen, indem wir unsere Bestrebungen durch die Mitwirkung in der Gesellschaft verwirklichen.

 

Der Rosch ha-Schana – Apfel symbolisiert das ursprüngliche Vergehen der Uneinigkeit. Wir tauchen ihn in Honig, um seine versüßende Korrektur durch unsere wiederhergestellte Einheit zu symbolisieren. Damit wir diese Einheit erreichen und unsere brüderliche Liebe wiedererwecken, müssen wir uns über unseren Egoismus erheben und ihn durch den Aufbau von positiven Verbindungen zwischen uns im Gleichgewicht halten.

 

Die Hohen Feiertage

 

Die Hohen Feiertage beginnen mit Rosch ha-Schana, und darauf folgt Jom Kippur. Rosch ha-Schana ist außerdem auch der Anfang der Zehn Tage der Reue, die an Jom Kippur enden. Diese Zeit der Besinnung ist unsere Chance auf eine Veränderung, eine Zeit der Einkehr und der Selbstanalyse, wenn wir uns dazu entscheiden, die Kontrolle über unsere Leben in die eigenen Hände zu nehmen und “der Kopf und nicht der Schwanz” sein zu wollen, nicht mehr passiv den Bestimmungen des Lebens zu folgen.

 

Da das Herzstück des Judentums die Liebe für andere ist, ist es üblich, besondere Akzente auf unsere Einstellung zu anderen während dieser Tage zu setzen. Allerdings repräsentiert diese symbolhafte Haltung eine bedeutende Veränderung in unserem Denkansatz des allgemeinen Lebens – von der Selbstliebe zur Nächstenliebe. Sobald wir dies erreichen, treten wir am Ende von Jom Kippur gereinigt hervor und ein Jahr der brüderlichen Liebe und gegenseitigen Fürsorge kann wahrlich beginnen.

 

Frohes Neues Jahr!

Tweet about this on TwitterShare on Facebook0Share on Google+0Share on LinkedIn0
Author :
Print

Leave a Reply