Uniting Europe

Ein Beispiel des internationalen Scheiterns: als die neue Regierung Italiens klarstellte, dass das Land nicht zu „Europas Flüchtlingslager“ werden würde, und das Einlaufen von Flüchtlingsschiffen verweigerte, wurden die unmittelbaren Folgen im Nachbarland Spanien, wo seit Anfang des Jahres bereits 22.000 Migranten angelangt sind, sofort sichtbar.

Die spanische Regierung kann die Last nicht allein stemmen: Es gibt nicht genug Polizisten, nicht genug Betten, nicht genug Essen. Allerdings ist dies weder Spaniens noch Italiens Problem, sondern ein Problem des Kontinents. Staatsoberhäupte der EU versagen darin, eine echte langfristige Lösung vorzulegen, während sie aus politischen und wirtschaftlichen Gründen oder zur Gesichtswahrung eine Entscheidung darüber fällen, ihre Tore zu öffnen oder zu schließen.

Masseneinwanderung ist jedoch nur ein Symptom. Sie ist ein Punkt auf einer langen Liste von Komplikationen, die eine mehrdimensionale globale Krise der Menschheit auf sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Ebene ausmachen. All diese Herausforderungen entspringen einer gemeinsamen Wurzel: der Unvereinbarkeit einer gespaltenen Menschheit mit einer zunehmend wechselseitig abhängigen Welt.

Europa ist der Ort, an dem viele der globalen Herausforderungen gleichzeitig an die Oberfläche kommen, mit dem Anspruch, gelöst zu werden. In diesem Zusammenhang erntet das heutige Europa auch den Sturm, den die europäischen Mächte in den Tagen der kapitalistischen Kolonialherrschaft des späten 19. Jahrhunderts, hungrig nach dem Reichtum an natürlichen Ressourcen und billigen Arbeitskräften, in Asien und Afrika gesät haben.

Der europäische Stolz erzählt eine Geschichte des moralischen und kulturellen Beitrags für die primitiven Bevölkerungen der Dritten Welt. Allerdings zeigt die Geschichte in der Praxis, dass viele Länder, die unter europäischer Herrschaft standen, nicht die wirtschaftlichen, politischen und zur Bildung erforderlichen Mittel erhielten, die es ihnen ermöglichen würden, sich dem Rest der Welt auf Augenhöhe anzuschließen. In Wirklichkeit entwurzelten die europäischen Länder die uralten spirituellen Werte Afrikas mit der Verbreitung des Christentums und beförderten mit ihrer Agenda der Aufteilung und Eroberung die spätere ethnischen Trennung und sogar zu brutale Bürgerkriege.

Heute kommt der Bumerang zurück und trifft Europa selbst. Die Schwärme afrikanischer Migranten, die Europas Tore überschwemmen, stellen eine sozioökonomische Belastung für die Länder dar, während Millionen von Muslimen allmählich die europäische Kultur umgestalten.

Früher oder später werden wir alle erkennen, dass die Menschheit zu einer großen Kolonie geworden ist, in der Einwanderer aus fast allen Ländern leben. Parallel dazu wird die unvermeidbare globale wechselseitige Abhängigkeit uns dazu zwingen, signifikante sozioökonomische Veränderungen vorzunehmen, um den Lebensstandard in allen Ländern anzugleichen.

„Man sollte sich nicht darüber wundern, dass ich die Begriffe des Friedens in der Gesellschaft und des Friedens in der ganzen Welt gleichsetze“, schrieb Kabbalist Yehuda Ashlag in seinem Artikel „Frieden in der Welt“, „weil wir in Wirklichkeit

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