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Sie ist ein Baum des Lebens allen, die sie ergreifen; und selig sind, die sie halten. Ihre Wege sind liebliche Wege, und alle ihre Steige sind Frieden.“ (Sprichwörter 3:18)

Während US-Flaggen drei Tage lang auf Halbmast wehen, folgend der schrecklichen Schießerei in der Baum des Lebens Synagoge in Pittsburgh – der Mord an elf Menschen und die Verletzung von sechs weiteren durch einen Schützen, der nichts Geringeres als die Ausrottung aller Juden will – ist es an der Zeit, sich über unsere Unterschiede hinweg zu vereinen und nicht nur unsere Köpfe für die Familien und Freunde der Opfer zu neigen, sondern darüber nachzudenken, warum solch ein abscheuliches antisemitisches Hassverbrechen stattgefunden hat und was wir tun können, um zukünftige Angriffe zu verhindern.

Indessen die ADL die Schießerei als „wahrscheinlich tödlichsten Angriff auf die jüdische Gemeinschaft in der Geschichte der Vereinigten Staaten“ bezeichnete, erreichte die Anzahl an Hassverbrechen in den USA allgemein im Jahr 2017 mit einem Anstieg von 12% das bisher höchste Niveau. Darüber hinaus galten den Juden rund 54% dieser Hassverbrechen, obwohl sie nur 2% der US-Bevölkerung ausmachen. So müssen wir, während wir für die Familien und Freunde der Opfer zusammenkommen und beten, verstehen, dass wir auf ein Symptom eines sich verschärfenden Problems reagieren.

Sie Ist Ein Baum des Lebens Allen, die Sie Ergreifen und Die Sie Halten…


Um das Problem an der Wurzel zu packen und nicht darauf zu warten, dass Massenschießereien und andere Krisen uns vorübergehend vereinigen, müssen wir die Einheit des jüdischen Volkes als eine Kraft anerkennen, die den Antisemitismus auflösen kann. Wenn sich das jüdische Volk über seine Unterschiede hinweg vereinigt, überdeckt Liebe den Hass, Frieden den Konflikt und Glück die ganze Leere in der Welt. Auf wundersame Weise werden die Menschen dann eine neue Art von Erfüllung in ihrem Leben erfahren. Wenn die Menschen erfüllt sind, kommen keine Gedanken in ihnen mehr darüber auf, ein ganzes Volk zu eliminieren. Wie funktioniert das alles?

Inwiefern ist die Einheit des jüdischen Volkes eine Lösung für den Antisemitismus?

Historisch gesehen sind Juden ein lebendiges Zeugnis der Widerstandsfähigkeit. Im Laufe der Geschichte wurden wir von Römern, der spanischen Inquisition, dem russischen Reich des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts und natürlich Hitler verfolgt… und dennoch haben wir überlebt. Die heutigen Herausforderungen werden uns auch nicht vernichten, sofern wir nicht tatenlos zusehen und dieses Ereignis in Pittsburgh als Weckruf nutzen. Um diesen Weckruf zu beantworten und sicherzustellen, dass ein solches Abschlachten von Juden nie wieder vorkommt, müssen wir zunächst verstehen, wer wir sind, warum wir hier sind und was unsere Rolle und unser Ziel auf diesem Planeten ist. Nur dann werden wir verstehen können, warum wir so viele Schwierigkeiten und Kämpfe durchmachen und erst dann können wir feststellen, auf welche Weise wir auf einen positiven Kurs wechseln können.

Die Begründer unserer Nation stammten aus verschiedenen Stämmen in ganz Babylon und im Nahen Osten. Das einzige, was sie zusammenhielt, war ihr Glaube daran, dass Abrahams Grundsatz der Barmherzigkeit und der Liebe zu anderen der richtige Weg zum Leben war. Dies übertraf alle anderen Werte und Überlegungen und so folgten sie ihm.

Am Fuße des Berges Sinai bildeten wir uns zu einer jüdische Nation heraus, als alle unsere Mitglieder sich dazu verpflichteten, sich „wie ein Mensch mit einem Herzen“ zu vereinen. Unmittelbar danach wurden wir dazu angewiesen, „ein Licht für die Nationen zu sein“, d. h. das Licht der Einheit in der ganzen Welt zu verbreiten. Das macht uns einzigartig. Da wir einst brüderliche Liebe erfahren haben, sind wir in der Lage dazu, uns erneut über die Unterschiede hinweg zu vereinen und so anderen ein Beispiel zu geben, die solch eine Führung dringend brauchen.

Rav Kook fasste die Rolle des jüdischen Volkes wie folgt zusammen: „Die Aufgabe Israels ist es, die Welt zu einer einzigen Familie zu vereinen.“ Solange wir unsere Einheit aufrechterhalten, gedeihen wir und bleiben in Sicherheit. Wenn wir uns von dieser Aufgabe abwenden, betrachtet uns die Welt als negativen Einfluss und so kommen antisemitische Manifestationen überraschend heftig wieder zum Vorschein, wie der Angriff auf die Baum des Lebens Synagoge zeigt.

Wenn unsere Feinde zuschlagen, fragen sie nicht, welcher Konfession wir angehören oder was unser Ursprung ist oder ob wir rechts- oder linksorientiert sind. Sie holen einfach gegen uns aus und sind überzeugt, dass die Probleme der Welt durch die Auslöschung der Juden vom Angesicht des Planeten gelöst werden. Diese übermächtigen Kräfte des Antisemitismus tauchen immer wieder auf verschiedene Arten auf, um uns zur Vereinigung zu zwingen, da wir uns in zunehmendem Maße von der Verwirklichung unserer Rolle, „ein Licht für die Nationen“ zu sein, entfernen.

Wie Wir die Wende Schaffen

Anstatt als Beispiel für diese Einheit zu dienen, strahlen wir dem Rest der Welt Gespaltenheit aus. In solch einem Zustand wir die Welt immer Gründe dafür finden, uns zu hassen, und sich darin gerechtfertigt fühlen, uns vernichten zu wollen. Der Standpunkt, von dem unser Wohlergehen abhängt, wurde von Samuel David Luzzatto prägnant ausgedrückt: „Der Erfolg unseres Volkes hängt nur von unserer brüderlichen Liebe ab, wenn wir uns als Mitglieder einer einzigen Familie miteinander verbinden.“

Es ist meine Hoffnung, dass wir die Entscheidung, die in unseren Händen liegt, darauf ausrichten werden, die Welt von der Dunkelheit ins Licht und vom Chaos zur Einheit zu führen, indem wir uns über unsere Unterschiede hinweg erheben. Wir müssen uns nicht auf alles einigen, aber wir müssen unsere Herzen über alles, was uns trennt, hinweg miteinander verbinden. Es wird im Schem MiSchmuel gesagt: „Wenn Israel ´wie ein Mensch mit einem Herzen ist´, ist es wie eine befestigte Mauer gegen die Mächte des Bösen.“ Mit Hilfe dieser Einheit werden wir dazu befähigt, als eine Nation felsenfeste Wurzen zu schlagen, indem wir untereinander das Glück, die Annehmlichkeit und den Frieden in den Worten erkennen und verbreiten. „Sie ist ein Baum des Lebens allen, die sie ergreifen; und selig sind, die sie halten. Ihre Wege sind liebliche Wege, und alle ihre Steige sind Frieden.“ (Sprichwörter 3:18)

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