Uniting Europe

Wie ist es möglich, dass im heutigen modernen und aufgeklärten Europa einer von 20 Europäern noch nie von dem schrecklichen Holocaust, der auf ihrem eigenen Boden stattfand, gehört hat? Was veranlasst einen von fünf Europäern dazu, antisemitische Empfindungen zu rechtfertigen? Wie ist es möglich, dass 10 Prozent der Europäer „negative Einstellungen“ gegenüber Juden eingestehen? Wie kann es sein, dass im Jahre 2018 40 Prozent der Europäer bestätigen, dass Juden in ihren Ländern von antisemitischer Gewalt gefährdet sind?

Diese Zahlen wurden kürzlich in einer umfassenden Studie veröffentlicht, die von CNN in ganz Europa durchgeführt wurde. Dabei warf die Umfrage zwar Licht auf den Antisemitismus in Europa, ließ jedoch eine wichtige Zahl außer Sicht: alle 8 Milliarden Weltbürger tragen einen Antisemitismus-Keim in sich.

Ob bewusst oder unbewusst, jeder Mensch auf der Welt hat eine einzigartige Haltung gegenüber Juden, die sich in verschiedenen Formen, positiven oder negativen Empfindungen, manifestieren kann: von Wertschätzung und Mitgefühl über Neid und Hass bis hin zum Vernichtungswillen.

In manchen Menschen blüht der Keim des Antisemitismus auf natürliche Weise auf. In anderen wiederum braucht er eine „unterstützende Umgebung“, um zu sprießen. Einigen Landesoberhäuptern kann die Kultivierung des Antisemitismus dabei helfen, die Kontrolle über die Öffentlichkeit zu erlangen. Es gibt unzählige Gründe und Rechtfertigungen für Antisemitismus, aber der Keim bleibt der gleiche.

Baal HaSulam schreibt: „Es ist eine Tatsache, dass Israel von allen Nationen gehasst wird, sei es aus religiösen, rassischen, kapitalistischen, kommunistischen oder kosmopolitischen Gründen, etc. Dies ist so, weil der Hass allen Gründen vorausgeht und jeder Einzelne lediglich seine Abscheu gemäß seiner eigenen Psychologie beschließt.“ (Schriften der Letzten Generation).

Der Hass auf Juden ist ein Naturgesetz. Er geht sowohl den psychologischen Erklärungen, die jeder Einzelne für sich zurecht legt, als auch den soziologischen Analysen der Forscher voraus.

Nach der Weisheit der Kabbala existiert die gesamte Menschheit in einem Netzwerk wechselseitiger Verbindungen, in einem System, dessen Teile vollständig voneinander abhängig sind. Damit dieses Netzwerk sein Gleichgewicht und seine Stabilität beibehält, müssen Juden aller aus allen Gesellschaftsschichten über ihren Unterschieden hinweg spirituell miteinander verbunden sind. Sie müssen als „Kanal“ dienen, durch den ein positiver und vereinender Einfluss in die Welt fließen und sich im Netzwerk ausbreiten kann.

In Worten von Baal HaSulam heißt es: „Das israelische Volk wurde als eine Art Übergang konstruiert, durch welchen die Funken der Reinheit auf die gesamte Menschheit und die ganze Welt scheinen sollen (…) Und diese Funken vermehren sich jeden Tag (…) bis sie sich entwickeln und dahin gelangen, dass sie das Angenehme und die Ruhe begreifen können, die im Kern der Nächstenliebe zu finden sind.“ (Die Bürgschaft)

Wenn die Menschen der Welt keinen vereinenden Einfluss verspüren, werden sie vom Einfluss des menschlichen Egoismus beherrscht, der Hass und Spaltung hervorruft. Diese negativen Empfindungen werden instinktiv auf die Juden gerichtet.

Daher können die vielen verschiedenen Ansätze zur Bekämpfung des Antisemitismus – ob durch Bildung, Diplomatie, Fürsprache, Aufklärung und Dialog – die Symptome nur angehen, ohne das Problem an der Wurzel zu packen. So wird auch die geplante Investition der ungarischen Regierung in Höhe von 1,5 Millionen Euro pro Jahr zur Bekämpfung des Antisemitismus in ganz Europa auf lange Sicht keine dauerhaften Ergebnisse bringen.

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